Rückblick 2002

 

Gebt, so wird euch gegeben.
Ein volles, gedrücktes, gerütteltes
und überfließendes Maß
wird man in euren Schoß geben;
denn eben mit dem Maß,
mit dem ihr messt,
wird man euch wieder messen.

Lukas 6.38

 

Liebe Missionsfreunde,

 

mit diesem Schreiben grüßen wir Sie von Herzen und wollen Ihnen im Namen der vielen Kinder, der Bedürftigen und der am Rande der Gesellschaft lebenden Menschen für Ihre treue Unterstützung im letzten Jahr danken. Dank Ihrer Hilfe waren wir in der Lage 29 Sattelzüge mit Hilfslieferung zur Linderung der Bedürfnisse der armen Menschen nach Rumänien zu schicken. Die Aktion "Weihnachtsfreude" im Schuhkarton erbrachte 2000 Geschenkpakete mehr als im vergangenen Jahr (insgesamt 7.500). Im Kindergartenprojekt durften wir auf ein weiteres Jahr zurückblicken, wo der Herr durch viele Schwierigkeiten durchgetragen hat und dank vieler Spender ein finanzielles Defizit fast aufgeholt werden konnte, so dass wir wieder leichter durchatmen können. Was aber wäre die Arbeit des Hilfswerkes, wenn es nicht Menschen wie Sie gäbe, die Seite an Seite mit uns für die Menschen Rumäniens kämpfen! Billy Graham, einer der bekanntesten Prediger der Neuzeit sagte einmal: "Gott hat uns zwei Hände geschenkt - eine zum Geben und eine zum Nehmen. Wir sind keine Zisternen, die dafür geschaffen sind um zu sammeln, sondern Kanäle, die dafür geschaffen sind, um zu teilen." Welche tiefe Wahrheit verbirgt sich hinter diesen Worten! Aber nur diejenigen, die ihre Hände zum Geben benutzen erfahren die Freude, die Zufriedenheit, die Genugtuung die hinter dieser Aussage steckt. Sie, die Sie diesen Brief erhalten gehören zu der Gruppe Menschen, die Kanäle des Teilens geworden sind und diese Aussage verstehen. Wie viel tiefer kann sie in Ihr Herz eindringen wenn sie hören, wie selbstlos selbst noch die Bedürftigsten sein können. Zur Verteilung der Weihnachtspakete fuhr ein 12-köpfiges Team nach Rumänien, um einen Teil der Pakete persönlich zu verteilen.

 

Stellvertretend für die vielen beeindruckenden Erlebnisse steht hier die lebendig gewordene Geschichte aus der Bibel vom "Scherflein der Witwe":

Da stand sie. Klein, gebrechlich, abgemagert. Sie, die mit ihren 70 Jahren das Leben schon fast aufgegeben hatte, strahlte vor Dankbarkeit über das ganze Gesicht, als wir neben ihr zwei Weihnachtspakete abstellten, gefüllt mit Lebensmitteln, Süßigkeiten und Hygieneartikeln. Nierenkrank und mit einer Geschwulst in der Leber hatte sie mit den 5 € Verstorbenenrente ihres Mannes nicht genug, um die "Zusatzgebühren" des Arztes zahlen zu können, damit eine Behandlung eingeleitet werden konnte. Auf dem Tisch lag die Hälfte von einem harten Weißbrot. Dieses wollte sie am kommenden Morgen zu Brösel zerbrechen und mit Tee trinken. Alles für diesen Tag. Vielleicht reichte es am Mittag ja noch zu einer dünnen Suppe oder einem Maisbrei. Ehe wir uns zum gehen umwandten, nestelte sie aus einem zerknitterten Umschlag einen Geldschein heraus und drückte ihn dem uns begleitenden Pastor verlegen in die Hände: "Dieses ist mein Anteil für Gott". Jetzt gehört diese Witwe zu den Empfängern unseres Brotpatenschaftsprojektes und erhält täglich ein kostenloses Brot.

In herzlicher Dankbarkeit für Ihre geleistete finanzielle Hilfe wünschen wir Ihnen für das Jahr 2003 Gottes segensreichen Rückfluss für Ihre Unterstützung. Gez. Hans-Werner Kast